23. Oktober 2010

- Reingelesen - Der Krimiherbst lässt seine Blätter fallen

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Was gibt es schöneres, als in einem gemütlichen Ohrensessel zu sitzen, Kerzen anzuzünden, den Kamin im Hintergrund knistern zu hören, einen leckeren Kakao mit Sahne zu schlürfen und dabei einen schönen Krimi zu lesen? Damit Ihr die Zeit der kurzen Tage auch richtig genießen könnt, habe ich hier ein paar Krimilesetipps für Euch.

Regionalkrimis

Wann hat man schon mal das Vergnügen ein Buch zu lesen, bei dem der Schauplatz direkt vor der Türe ist? Das ist wohl eher selten. Regionalkrimis hingegen decken genau dies ab. Eine Vielzahl unterschiedlicher Orte bietet der KBV-Verlag aus Hillesheim. Bekannt ist der Verlag vor allen Dingen für seine Eifelromane. Doch auch das Ruhrgebiet ist vertreten. Als ich auf der Frankfurter Buchmesse von den mächtigen ledernen Sofas angezogen wurde, stach mir sofort Fronleichnam von Markus Bötefür in die Augen. Bei Kirmes- und Freizeitparkfans wird es schon beim Titel des Buches klingeln – na, wo spielt dieser Ruhrkrimi? Richtig, in Oberhausen. Jedes Jahr zu Fronleichnam findet in Oberhausen Sterkrade die größte Straßenkrimes Europas statt. Grund genug das Kirmesgelände als Schauplatz für einen Mord zu wählen.

Die deutsch-vietnamesische Komissarin Thi Fischer berichtet aus ihrer Sicht die Geschehnisse. Über den Mord eines jungen Türken, der am Eröffnungsabend niedergestochen wurde und von drei Obdachlosen, die einen Tag nach dem Unglück durch einen Karusselunfall tragisch ums Leben kommen. Wer steckt hinter diesen Ereignissen und gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Opfern? Doch nicht nur das Verbrechen plagt die junge Beamtin, sondern auch der Kummer einer vergangenen Liebe.

Keine Frage: Für Ruhrpottler und Kirmesfans ein absolutes Muss.




Psychothriller

Wer es nicht ganz so kriminalistisch mag, greift gerne zum Psychothriller. Sebastian Fitzek und John Katzenbach stehen da ganz oben bei den Favouriten. Die Kunst in diesem Genre ist den dem Leser keinen klassischen Tatbestand zu präsentieren, sondern ihn und den Protagonisten an der Nase herum zu führen.

Die Titel beider Autoren sind kurz und prägnant: Der Splitter, Der Augensammler, Die Anstalt, Das Opfer. Alle Thriller versprechen Spannung und Nervenkitzel bis zum Schluss. Am 2. November 2010 kommt John Katzenbachs neuestes Werk Der Professor in den Buchhandel. Ich bin gespannt ob der neue Katzenbach den Leser wieder einmal gefangen nimmt.

In seinem neuesten Werk schreibt Katzenbach über den Psychologieprofessor Adrian Thomas, welcher die niederschütternde Diagnose Demenz bekommt. Er hat es befürchtet, doch nun da er es bestätigt bekommen hat, ist er sich seiner selbst nicht mehr sicher. Was ist wahr und was ist falsch? Zu später Stunde sieht er eines Tages eine junge Frau vorübereilen. Hinter ihr ein Lastkraftwagen, der kurzzeitig beschleunigt, sodass die Frau aus Thomas' Blickfeld verschwindet. Als der Lastkraftwagen wegfährt, ist auch das Mädchen verschwunden. Hat er sich das wirklich nur eingebildet oder wurde er Zeuge eines schrecklichen Verbrechens? Für Adrian Thomas steht die Welt auf dem Kopf.

Ebenso makellos wie zuvor reiht sich Der Professor vom Layout neben die anderen Katzenbachs. Die Leseprobe verspricht einen ehrenwerten neuen Platz.

Agatha Christie

Vor 120 Jahren wurde die Queen of Crime geboren. Mit dem Orientexpress nahm sie den Leser mit auf Ermittlungsreise.

Zeitlos elegant, mit englischem Flair, kommen Christies Krimis daher. Hierbei dürfen sich die Herren auch gerne eine Zigarre genehmigen. Eine wunderbare Kombination für den Herbst. Es wäre doch eine Schande ihre Krimis nicht gelesen zu haben, wo sie es doch gesschafft hat, so viel Generationen zu begeistern – nachhaltig.




Der literarische Tipp zum Schluss

Im September eröffnete das 1. Deutsche Krimihotel in Hillesheim in der Eifel. Es ist kein gewöhnliches Hotel. Ein englischer Clubraum, Themenzimmer nach James Bond, Miss Marple, Alfed Hitchcock oder Der Orientexpress lassen Krimiherzen höher schlagen. Stilvoll gestaltet, macht es mich auf jeden Fall neugierig und ich bin mir sicher, dass ich mir ein Wochenende in der Eifel genehmigen werde. Um die Übernachtungen zu einem Erlebnis zu machen, bietet das Hotel Themenwochenenden an, die jeden Geschmack treffen. Passend dazu kann man es sich im Café Sherlock im Kriminalhaus Hillesheim gemütlich machen. Das nennt man doch mal Abtauchen in die Welt des Krimis.


Clubroom
Das Krimihotel
Alfred Hitchcock




Bildquellen: www.krimihotel.de | www.celebrityicing.com | www.ksta.de

18. Oktober 2010

- Rezension - Sterben kommt nicht in Frage, Mama

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Autor: Judith End
Gattung: Biographie
ISBN: 978-3-426-27539-9 
Verlag: Droemer Knaur, 2010
Seiten: 304
Preis: 16,95 €





Die Diagnose Krebs wirft nicht nur den Erkrankten, sondern meist das gesamte Umfeld um. Es stellt sich heraus, wer ein wahrer Freund ist und wie viel man bereit ist selber zu tun, um zu kämpfen.

Judith End ist jung, schön, hat langes blondes Haar, eine wunderbare Tochter, liebt es zu feiern und brilliert mit sehr guten Noten an der Universtität. Eine junge Frau Mitte 20, welche ihr ganzes Leben noch vor sich hat. Doch mit 25 erscheint es ihr wie eine Farce. Die Diagnose Brustkrebs wirft sie von einer Sekunde auf die andere aus der Bahn. In ihrem biographischen Buch Sterben kommt nicht in Frage, Mama beschreibt Judith End ihren Werdegang im Krebsland. Manchmal erschütternt, manchmal aufmunternd, schildert sie ihren Alltag. Wie sie mit der Sitation klar kommt tot krank zu sein und dennoch ihr Leben zu bewältigen. Sich um ihre Tochter zu kümmern, um ihren Studienabschluss, um ihren Job und vor allen Dingen sich darum zu kümmern den Lebensmut zu bewahren. Denn Sterben kommt nicht in Frage, Mama, da ist sich ihre Tochter Paula ganz sicher. Judiths vierjährige Tochter nimmt das Schicksal ihrer Mutter mit. Die Situation eine Mutter zu haben, die eventuell sterben könnte und die ihre Haare verliert, weil der böse Krebs sie bezwungen hat, ist für das kleine Mädchen ein harter Brocken. Doch ebenso tapfer wie die Mutter, kämpft sie und ist der Meinung, dass eine künstliche Brust, durchaus ein taugliches Spielzeug darstellt.

Der Mensch verdrängt von Natur aus schlimme Krankheiten, Schicksalsschläge und den Tod. Mit der Diagnose Krebs ist man dazu angehalten sich direkt mit allen drei Themen auseinander zu setzen. Hinzukommend muss man nicht nur selber mit der Situation klar kommen, sondern ebenso das soziale Umfeld. Wem es nun schwerer fällt, lässt sich nicht so einfach beantworten. Oft schwer verdaulich, liegt es wie ein dunkler Schatten über den Betroffenen.
Judith Ends Buch, muss man nicht danach bewerten, wie es geschrieben ist, da es berichten und keine schöne Geschichte erzählen soll. Dennoch kann man es durchaus wagen einen Blick auf die Sprache zu werfen. Die Autorin schreibt schnörkellos und schnell. Verziehrt ihre Sätze nicht mit unnötigen Metaphern, sondern berichtet ohne Umschweife von ihrem Alltag im Krebsland. Dialoge werden anschaulich dargestellt. Besonders herzergreifend sind die Gespräche mit ihrer Tochter Paula. So erklärt End ihr kindgerecht, dass der Krebs in ihr kein kleines Tier mit Scheren ist.

„Also... ähm, stell dir mal einen Wald vor.“
„Ich stell mir den bei Omi vor.“
„Ja, der ist gut. In diesem Wald leben viele kleine und große Tiere, Blumen und Bäume friedlich zusammen und das funktioniert wunderbar. Stell dir vor, in diesem friedlichen gesunden Wald kommen eines Tages gemeine, gefräßige Monster. Die Monster fressen alles auf, was ihnen in den Weg kommt. Blumen, Bäume, Tiere. Bald gibt es immer mehr Monster im Wald, und die Tiere und Pflanzen können sich nicht mehr alleine wehren. Der Wald wird krank und braucht dringend Hilfe. So etwas Ähnliches ist in meiner Brust passiert. In meinem Körper sind auch gefräßige, gemeine Monster, die Krebsmonster. [...]“

Man merkt durch das Buch hindurch das innige Band zwischen Mutter und Tochter. Nicht nur die Widmung zu Beginn „Für dich, kleine Apachin“ macht deutlich für wen dieses Buch geschrieben wurde. Es ist bewundernswert, wie eine Frau über ihr Schicksal eine solche mitreißenden Roman schreiben kann, der ihr Innerstes zeigt. Es scheint, als offenbare sie dem Leser all ihre Geheimnisse. Persönlich und keineswegs distanziert ist dieses Buch. Ergreifend, erschreckend, aber stets mit einem kleinen Hoffnungsschimmer versehen. Man darf nie aufgeben. Das wird hier ganz deutlich. Es ist sicherlich trotzdem schwer sich der Gefühle klar zu werden, die eine Frau erlebt, die an Krebs erkrankt ist. Aber es öffnet ein kleines Fenster, für diejenigen, die die Augen nicht verschließen wollen. Sicherlich ist es schwer sich mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Wann und ob dieser Zeitpunkt je eintritt, ist fraglich, doch sollte man sich vielleicht vorher damit konfrontieren, bevor man selber seinem Schicksal erliegt?

Es ist ein schweres Buch mit viel Inhalt, aber es ist vor allen Dingen ein lesenswertes Buch und sogar unterhaltend. Es unterhält trotz des schweren Schicksals von Judith End. Aber vielleicht ist es gerade deshalb so wertvoll. Da es unterhält und gleichzeitig so viel mit gibt. 

Fazit: Eine unbedingte Leseempfehlung, allerdings nur, wenn man sich wirklich mit dem Thema Krebs auseinandersetzen will und dafür bereit ist. 

Die Autorin: 
Judith End wurde 1981 geboren und brachte mit 21 Jahren ihre Tochter Paula zur Welt. Mit 25 Jahren erhält sie die Diagnose Krebs. Trotz ihrer Krankheit schließt sie im Jahr darauf ihr Studium mit der Note "sehr gut" ab. Ihre Magisterarbeit schrieb die Autorin zum Thema Vorstellungen zum irdischen Paradies. Heute arbeitet sie als Lektoren in einem Hamburger Hörbuchverlag. In ihrem Buch Sterben kommt nicht in Frage, Mama, berichtet End über ihr Leben im Krebsland.





Bewertung: (6 von 7)









Tipp: Judith End ist ab dem 10. November 2010 auf Lesereise u.a. in Berneustadt, Wörkl (Österreich), St. Johann in Tirol (Österreich) und Innsbruck (Österreich).

Bildquelle: www.droemer-knaur.de

16. Oktober 2010

- Rezension - Und schon wieder ein Vampirroman [Hörbuch]

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Originaltitel: The Radleys
Autor: Matt Haig
Sprecher: Sascha Rotermund
Gattung: Fantasy, Jugendbuch
ISBN: 978-3-7857-4401-7
Verlag: Bastei Lübbe, 2010




Nein! Nicht schon wieder ein Vampirroman – das schwirrt sicherlich in vielen Köpfen herum. Doch Die Radleys von Matt Haig sind keine gewöhnlichen Vampire.

Die Radleys sind eine ganz gewöhnliche Familie. Rowan und seine Schwester Clara wohnen zusammen mit ihrem Eltern, Peter und Helen, in einem ganz gewöhnlichen Reihenhaus, in einem kleinen englischen Dorf. Auf den ersten Blick erscheint an ihnen nichts Ungewöhnliches oder Außergewöhnliches. Nun gut, Rowan liebt es rohes Fleisch zu essen und dies in großen Mengen. Clara hingegen versucht dem Geschmack von totem Tier komplett zu entfliehen und flüchtet sich in den Veganismus. Allerdings geht es ihr zunehmend schlechter. Besonders ihre Mutter Helen macht sich um Clara sorgen. Sie weiß warum es ihrer Tochter so schlecht geht, aber sie kann es ihr einfach nicht sagen. Das muss sie schließlich auch gar nicht. Clara entdeckt auf einer Party selber, was sie ist. Die Radleys sind Vampire. Vampire die versuchen dem Durst nach Blut zu widerstehen und ein ganz normales Leben zu führen. Doch früher oder später musste es raus kommen. Und warum nicht ab und an ein wenig Blut trinken, wenn es doch den absoluten Kick verspricht?

Wir sind doch ganz lieb
Die Radleys sind nicht die einzigen Vampire in der Literatur, die versuchen dem Blutsaugen ein Ende zu setzen. Die Culluns machen es ebenso, wobei diese immerhin noch auf Tierblut zurückgreifen. Auch Darren Shan weigert sich in jungen Jahren der Lust nachzugeben. Die Peter und Helen Radley hingegen versuchen nicht nur „normal“ zu sein, sondern verheimtlichen ihren Kindern, was für Kreaturen sie wirklich sind. Es ist kein Wunder, dass es früher oder später durch einen Unfall heraus kommt.

Matt Haig schrieb mit seinem Vampirroman Die Radleys eine recht einfache Geschichte, die keine besonderen Höhen und Tiefen aufweist. Die Geschichte ist vorhersehbar und die Charaktere nicht besonders tiefgründig. Als Buch sicherlich keine besonders anziehende Konstellation, doch Sascha Rotermund schafft es mit seiner ironischen Stimmlage der Geschichte etwas Besonderes einzuhauchen. Gekonnt setzt er die einzelnen Figuren in Szene und verdeutlicht durch seine Stimmfarbe ihre Charakterzüge und Gefühle. Die Hintergrundmusik wirkt hinzukommend mystisch, wobei sie manchmal auch als aufdringlich bezeichnet werden kann.

Aus der Sicht eines Jugendlichen sicherlich gruselig. Wer kommt bei so einer makaberen Geschichte nicht auf die Idee, dass der eigene Nachbar ein Vampir sein könnte?

Ein Beispiel für ein Buch, das durch einen guten Sprecher so aufgefrischt wird, dass sich das Hören auch für den erwachsenen Leser lohnt. Und es ist ganz sicher kein gewöhnlicher Vampirroman. Hier fließt außergewöhnlich wenig Blut. Ein eher friedlicher Roman für Jugendliche ab 14 Jahren, die in die Welt der Blutsauger abtauchen wollen.

Fazit: Ein wunderbares Hörbuch mit toller Hintergrundmusik, welche die richtige Halloweenstimmung versprüht. Eine Hörempfehlung für den Herbst.

Der Autor: 
Der 1975 geborene Matt Haig arbeitet als freier Journalist unter anderem für  den Guardian. Er wohnt abwechselnd in London und Ibiza. Mittlerweile hat er Romane im Kinder- und Jugendbuchbereich, aber auch im Erwachsenenbereich verfasst. Die deutschsprachige Ausgabe von Die Radleys erschien 2010 bei Kiepenheuer & Witsch, das Hörbuch bei Bastei Lübbe.






Bewertung: (4 von 7)





Bildquellen: www.matthaig.com | www.theunexplainedmysteries.com

15. Oktober 2010

- Event - Blogger- und Bücherwürmer-Treffen in Köln - Der Termin steht!

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Im letzten Monat riefen Steffi Leo von Bücherkinder, Nina von Libromanie und ich zur Terminabstimmung für ein Blogger- und Bücherwürmer Treffen im Café Goldmund in Köln auf. Nun steht der erste Termin.
Das Treffen wird am 07. November 2010 ab 13 Uhr im Café Goldmund stattfinden. Anmeldungen sind von nun an möglich per Mail an info@buchleben.com unter www.twittagessen.de oder bei einem von uns Dreien. Wir erinnern Euch dann noch einmal eine Woche vor dem Termin an das Treffen. Unsere Vorfreude ist auf jeden Fall schon riesig. 

Hier noch einmal alles kurz und knapp:

Wer?

Blogger- und Bücherwürmer

Wann?
Sonntag, 7. November 2010 ab 13 Uhr

Wo?
Café Goldmund
Glasstraße 2
50823 Köln-Ehrenfeld

Für Wegbeschreibungen oder weitere Fragen, stehen wir Euch natürlich jederzeit zur Verfügung. 

P.S.: Wenn ihr uns bei Twitter folgt, könnt ihr Spuren entdecken, die Hinweise zu den Autoren liefern. :)

- Rezension - Wie wäre es drei Wünsche frei zu haben?

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Titel: Drei Wünsche hast du frei
Originaltitel: As You Wish
Autor: Jackson Pearce
Gattung: Jugendbuch, Fantasy
ISBN: 978-3-426-28336-3
Verlag: PAN Verlag, 2010
Seiten: 288
Preis: 12,95 €
Leseprobe




Drei Wünsche frei zu haben – wer hat sich das nicht schon einmal vorgestellt? Was würde man sich wünschen? Geld? Die große Liebe? Gesundheit? Eins ist sicher: wenn man die Gelegenheit hat sich drei Wünsche erfüllen zu lassen, dann sollte man sich diese genau überlegen.

Nachdem Violas Freund Lawrence ihr offenbart hat, dass er homosexuell ist, zerbricht Violas Leben. Sie fühlt sicher zerrissen und unvollkommen. Auch noch über ein Jahr danach, kommt sie sich unsichtbar gegenüber ihrem Umfeld vor. Der Wunsch endlich wieder dazu zu gehören, wird schließlich so dringlich, dass ihr ein Dschinn geschickt wird. Doch dieser ist nicht nur irgendein Dschinn. Er wiedersetzt sich allen Regeln, denen die Dschinns unterworfen sind, um eine Distanz zu ihren Herren zu bewahren. Der größte Fehler, den er macht, ist Gefühle für Viola zu entwicklen. Viola geht es nicht anders. Durch Dschinn merkt sie was es heißt das Herz für jemand anderen zu öffnen. Doch wie ist es möglich, dass die beiden zusammen bleiben können? Nach Violas drittem ausgesprochenem Wunsch muss Dschinn zurück nach Caliban und Viola wird sich nicht mehr an ihren Wunschgeist erinnern können. Gibt es dennoch eine Chance, dass die beiden ihr Glück finden?

Könnte hier Caliban liegen?

Die Geschichte um Viola und Dschinn erscheint im ersten Moment fad und uninteressant. Widererwartend verbirgt sich dahinter mehr als nur eine Liebesgeschichte. Der Leser erfährt viel über Viola. Wie sie in ihre momentane Lebenssituation geraten ist, wen sie besonders bewundert und warum sie sich sehnlichst wünscht sich wieder als Teil eines Ganzen zu fühlen. Es gibt viele Möglichkeiten wie der Dschinn ihr dieses Gefühl verschaffen kann, doch der Wunsch muss tief aus Violas Innerem kommen. Viola bedenkt ihre Wahl sehr genau. Was soll sie sich nur wünschen, damit sie wieder glücklich ist und ohne, dass es sich falsch anfühlt? Dieser Konflikt führt letztlich dazu, dass Viola tagelang überlegt, bis ihr ein Wunsch über die Lippen kommt, den sie später wieder bereut. Dschinns sind hart und kennen ihre Mittel um ihre Herren dazu zu bewegen, sich etwas zu wünschen. Auch Violas Dschinn verzweifelt an der Situation und wünscht sich einen Drücker. Einen Drücker, der Viola dazu bringen soll, sich etwas zu wünschen, auch wenn sie dadurch Schmerzen erfahren muss.
Die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten wird dabei nur zart berührt. Anfangs ist Viola geradezu schockiert, dass Dschinn einfach bei ihr aufgetaucht ist. Dschinn widerum wünscht sich nichts sehnlicher als zurück nach Caliban zu kommen. Doch mit der Zeit verfliegen diese Differenzen und es entsteht eine innige Bindung zwischen den beiden.

Jackson Pearce schrieb mit Drei Wünsche hast du frei eine bewegende Liebe, die im Wechsel von Viola und Dschinn erzählt wird. Der Leser wird Teil der Gefühle beider Figuren und zittert mit ihnen. Ein wundervoller Jugendroman mit einer gewissen Dramatik baut sich vor dem geistigen Auge auf. Wenn man erst einmal reingefunden hat, will man nicht mehr raus, bis man weiß, was das Schicksal für Viola und Dschinn bereit hält.

Fazit: Eine schöne Geschichte zum Wohlfühlen. Passend zum Herbst erwärmen Viola und Dschinn das Herz. Ein leichter Schmöker für Zwischendurch. 

Die Autorin: 
Jackson Pearce ist 26 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Katze und ihrem Hund in Atlanta. Mit zwölf Jahren beschloss sie, dass sie einmal ein Buch schreiben wird, dass ein nettes Mädchen, ein Pferd, süße Tiere und Magie beinhalten sollte, da ihr die Schulbibliothekarin kein solches Buch aushändigen konnte. Aus dieser Idee wurde Realität und so veröffentlicht sie mit As You Wish ihren dritter Roman. 2010 erschien die deutsche Ausgabe Drei Wünsche hast du frei im PAN Verlag.





Bewertung: (4 von 7)





Bildquellen: www.jackson-pearce.com | PAN Verlag

Tipp: Passend zu Drei Wünsche hast du frei gibt es ein Gewinnspiel beim PAN Verlag. Einfach E-Card mit drei Wünschen an deine Freunde verschicken und teilnehmen. Zu gewinnen gibt es ein Buchpacket mit drei Büchern deiner Wahl.

10. Oktober 2010

- Event - Buchleben on Tour - Nach der Buchmesse, ist vor der Buchmesse

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Geschafft, aber glücklich, geht es nun nach Hause. Kater Brutus wartet auf mich und sein Fressen. Nun nutze ich die Zugfahrt, um Euch von meinem letzten Messetag zu berichten.

Tag 3: Sonntag, 10. Oktober 2010, 11:30 Uhr. Die Halle 3.0 brummt wie eh und je. Würden nicht einige Verlage den Verkauf erst ab 13 Uhr starten, wären die Stände wahrscheinlich schon um 10 Uhr leer gewesen. Doch genug der vielen Worte. Heute gibt es einige Impressionen in Bild und Farbe.

Ein Blick in Halle 3.0
Messeturm und Lesezelt unter blauem Himmel
Auch die Cosplayer fanden ihren Platz
Und wer errät wer das hier ist?
.... erfahrt Ihr in den nächsten Tagen

- Event - Buchleben on Tour - Zwei Tage Bücher, Verlage und mehr

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Der Plan: Jeden Arbeit einen kleinen Bericht. Die Wahrheit: Kein Internet in Hotel Nummer 1. Heute sieht das Ganze schon viel besser aus. 




Tag 1: Freitag, 8. Oktober 2010, 14 Uhr. Westenliches Ziel für diesen Tag: Peer Steinbrück im Gespräch mit Susanne Gaschke im ZEIT-Café sehen und hören. Dabei stand Steinbrücks aktuelles Buch Unterm Strich im Mittelpunkt. Der ehemalige Finanzminister erzählte über die Entstehung seines neuen Buches und erklärte seinen Unmut gegenüber der Tatsache, dass Medien und Politik in der Gegenwart ein symbiotisches Verhältnis zueinander haben. Leider ging das Interview nach dieser Kritik seicht weiter. Schade. Doch aufgrund Peer Steinbrücks symphatischer Ausstrahlung, dennoch hörenswert.

Peer Steinbrück im Gespräch

Weiter ging der Bummel durch die berühmte Halle 3.0. Wie in jedem Jahr, erwarteten einen hier die meisten Menschen. Kinder- und Jugendbücher sind und bleiben vorerst der Publikumsmagnet schlecht hin. Nicht nur die liebevoll gestalteten Bücher wirken als Lockmittel, sondern besonders die bunt verzierten Stände.
Beim ersten Gang durch die Messehalle fielen einige Verlage von Belletristik und Sachbuch für Erwachsene besonders auf. Kein & Aber bot viel Platz zum Gucken und Plauschen. Der Taschen-Verlag protzte mit einer provokanten Holzkonstruktion, mit wahrhaft riesigen Büchern. Aber auch kleinere Verlage zeigten, dass Größe nicht alles ist und luden mit gemütlichen Sofas zum Stöbern ein. 

Tag 2: Samstag, 9. Oktober 2010, 9 Uhr. Zeit Kontakte zu knüpfen, aber vor allen Dingen Zeit die Gesichter von LOVELYBOOKS Live kennen zu lernen. 
Drei Stunden Bummel durch die Halle 3.0, 4.0 und 4.1 zeigten, wie die Trends der Zukunft aussehen. E-Reader aller Art konnten in Halle 4.0 betrachtet werden. Das E-Book - das Buch von Morgen? Alles eine Frage der Zeit. Die Produktionskosten sind günstig und die Funktionen vielfältig. Ob man sich allerdings einen E-Reader kaufen möchte mit dem man lediglich E-Books lesen kann, ist Typsache. Das Optimum ist in vielen Augen das iPad. Über das reine Lesen von E-Books hinaus, hat es alle Funktionen zum Entertainen. 
Wer zwei Rolltreppen höher gefahren ist, wurde schnell fündig, was die Buchbranche noch bewegt - Hörbücher. Ein viele Jahre untergrabenes Produkt lebt auf. Der Trend ist mittlerweile zwar gering aufstrebend, aber immer noch sehr gut spürbar. Auch die Sprecher werden immer bekannter. Simon Jäger oder Oliver Rohrbeck erreichen sogar Starcharakter.

Lovelybooks Live und in Farbe

Dann endlich stand das Mitgliedertreffen von Lovelybooks vor der Tür. Endlich Zeit die Gesichter hinter deutschlands größter Literaturcommunity persönlich anzutreffen. Nach zahlreichen Konversationen via Internet traf ich das quirrlige Team Literatwo, Bücherkinder, Karla, Kubine und viele weitere tolle Menschen Live und in Farbe. Definitiv eine Community mit Herz - nicht nur fürs Buch. 
Und so ging auch der zweite Tag mit buchigen Erlebnissen und neuen Kontakten zu Ende. Noch einen Tag öffnet die Messe für die Buchsüchtigen von Nah und Fern die Pforten, um ab 17 Uhr die Tore bis zum nächsten Herbst zu schließen. Auf ins Getümmel!

7. Oktober 2010

- Event - BuchLeben on Tour - Auf gehts zur Frankfurter Buchmesse

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Ab Morgen ist es auch endlich für mich so weit die Frankfurter Buchmesse unsicher zu machen. Der "Schlachtplan", wenn man ihn so nennen kann, steht. Einige Lesungen werden besucht, nette Leute getroffen, Interviews geführt und vor allen Dingen Bücher und Verlage entdeckt. Hier ein kleiner Blick auf Veranstaltungen, bei denen ihr mich finden könnt.

Buchleben auf der Buchmesse
Natürlich wird täglich berichtet, aber nicht nur hier. Auch für LOVELYBOOKS bin ich als Buchmesse-Reporter unterwegs. Somit verabschiede ich mich in ein buchiges Wochenende. Na ja, Abschied ist vielleicht der falsche Ausdruck. Schließlich berichte ich euch jeden Abend. Mal sehen wer mir von Euch alles über den Weg laufen wird.... :)

5. Oktober 2010

- Event - Fantasydays 2010 - Viel Programm für wenig Leute

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Für SciFi, Manga und vor allen Dingen für Fantasyfreunde, fanden vom 01. bis zum 03. Oktober 2010 die FANTASYDAYS im Novotel Neuss Düsseldorf statt. Das Konzept ist einfach: Shows, Lesungen, Händler mit fantastischen Artefakten und ein Mittelaltermarkt sollen den Besucher die Umgebung bieten, um der Fantasy Leben einzuhauchen. 

Vor dem Eingang des Novotels in Neuss wurden die Gäste durch einen Mittelaltermarkt begrüßt. Weiter ging es zu den eigentlichen FANTASYDAYS 2010 in die Räumlichkeiten des Hotels. Ein Indoor-Händlermarkt, Workshops und Lesungen fanden rund um die Stadthalle Neuss Platz, während die großen Shows auf der Hauptbühne in der Halle stattgefunden haben. Gruppen, wie WADOKYO, heizten das Publikum ordentlich ein und vor allen Dingen das von den RingStars produzierte Musical Das Schicksal von Cysalion war ein wahrer Publikumsmagnet. Mit einer herausragenden Bühnentechnik und einer bemerkenswerten Visualisierung, erzählten die Akteure die Geschichte um Tara und ihr Schicksal, welches sie unwiderruflich mit Cysalion verbindet. Was für die Darsteller lediglich ein Hobby ist, entpuppte sich für die Zuschauer als eine perfekt inszenierte Show. Ein definitives Highlight des Wochenendes.

Literaturfanatiker fanden ebenfalls ihren Platz zum Verweilen. Nicht nur der Werkzeugs-Stand, mit Merchandising-Produkten rund um Fantasyliteratur von Markus Heitz, Bernhard Hennen und Co., beglückte das Herz, sondern ganz besonders die zahlreichen Lesungen von den beliebtesten Fantasyautoren Deutschlands. Wolfgang Hohlbein erzählte mit seiner etwas rauen und dunklen Stimme aus Elfenzorn. Christoph Hardebusch sprach über seine Liebe zur Phantastik und zu Schiffen und erklärte warum er diese beiden Komponenten in seiner Sturmwelten-Trilogie vereinte. Besonders unterhaltsam und beliebt war Tommy Krappweis. Durch Bernd das Brot bekannt geworden, präsentierte er die Fortsetzung von Mara und der Feuerbringer. Mit Mara und der Feuerbringer - Das Todesmal unterhielt er das Publikum stets aufs Neue. Stars zum Anfassen, die nicht nur für Signierungen, sondern auch für Fragen immer offen waren. 

Studio Blacklight
Werkzeugs
Ein Magnet für alle Kostümierten war das Studio Backlight. Für wenig Geld konnte man sich auch in diesem Jahr wieder ablichten lassen. Ob mit oder ohne Kostüm, ganz egal. Hier war jeder herzlich Willkommen und konnte ein professionelles Foto als Andenken von den FANTASYDAYS 2010 mit nach Hause nehmen. Wer selber aktiv werden wollte, hatte auch dazu Gelegenheit. Über Workshops zum Anfertigen von Flügeln für Kostüme, bis hin zum Drachenzeichnen und dem Individualisieren von gekauften Gewändern, hatte jeder Besucher die Gelegenheit seine Kreativität ausleben zu können. 

Die Geldbörse konnte an zahlreichen Orten erleichtert werden. Alles was das Herz begehrt, war zu finden. Das Saberprojekt, welches nicht nur eine bristante Laserschwertshow auf der Bühne der Stadthalle ablieferte, verkaufte am Stand Laserschwerter aller Art. Fantastische Artefakte von Medaillons bis hin zu Gewänder gab es ebenfalls auf dem Händlermarkt zu erwerben.

Wer dann noch immer glaubt, er sei alleine mit seiner Vorliebe für Fantasy, dem boten sich Informationsangebote der Hohlbein- und Bissfans sowie der Deutschen Tolkien Gesellschaft

Über dieses umfangreiche Programm hinaus, stand natürlich der Spaß im Vordergrund. Kostümierte waren nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Die Location bot nicht nur im Studio-Backlight genug Platz zum Fotografieren. Der Rosengarten hinter dem Novotel Neuss, war mit seinen Brunnen, grünen Wiesen, Bäumen und Rosenbüschen die perfekte Kulisse für magische Erinnerungsfotos. 

Rückblickend betrachtet, ist es schade, dass so wenige Besucher den Weg zu den FANTASYDAYS gefunden haben. Das Programm war abwechslungsreich und unterhaltend und verdient es, dass mehr Fantasyfreunde die Pforten durchschreiten. Sicherlich waren die Startbedingungen nicht ideal. Während das Event im vergangenen Jahr im Burg Wächter Castello Düsseldorf statt gefunden hat, musste es 2010 umziehen. Die nächsten drei Jahren werden die FANTASYDAYS weiterhin im Novotel Neuss veranstaltet. Eine gute Entscheidung. Die Verkehrsanbindung ist gut und die Location perfekt für Workshops, Lesungen, Shows und Verkaufsflächen. Noch ist es ein kleines Event, doch die Veranstalter und Helfer setzen alles daran in Zukunft mehr Menschen zu begeistern und in eine andere Welt zu entführen. 

Deshalb lautet die Empfehlung von Buchleben: Ein top Event für Fantasyfreunde aller Art. Die FANTASYDAYS warten darauf von Euch entdeckt und erlebt zu werden.



Tipp: Wer immer auf dem Laufenden bleiben möchte, kann den Fantasydays folgen. Hier findet Ihr die Fantasydays bei Facebook und Twitter.

- Septemberempfehlung - Vom steinernen Fleisch und der Liebe des Surrealismus

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Ein spannender und anstrengender Monat liegt hinter mir. Dafür einige gelesene Bücher und viel Erlebtes.

Gelesen
Black Swan - Silberner Fluch von Lee Carroll
Reckless - Steinernes Fleisch von Cornelia Funke
Rubinrot von Kerstin Gier
Schattenkrieger von Brian Moreland

Gehört

Himmelsdiebe von Peter Prange
Sayuri - Die Auserwählte von Carina Bargmann
Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid von Gabriella Engelmann

Meine Empfehlungen lauten:


Während mich Cornelia Funke mit ihrer Tintenwelt nicht begeistern konnte, hat sie mich mit der Welt hinter dem Spiegel verzaubert. Eine abenteuerliche, schaurige Geschichte.



Künstler vergessen gerne die Welt um sich herum und erschaffen sich ihre eigene. Eine wunderbare Geschichte zwischen zwei Liebenden, die das Herz aufblühen lässt und sogar einen wahren Kern hat.

Die Buchmesse ruft. Am kommenden Wochenende öffnet die Frankfurter Buchmesse wieder ihre Pforten. Ich werde dabei sein und für Euch Eindrücke sammeln und neue Buchschätze entdecken. Darauf das Wochenende ist Buchleben auf der RingCon unterwegs. Ja, es ist viel los im Oktober. Viele Berichte werden folgen. In den nächsten Tagen erwartet Euch noch ein Bericht von den FANTASYDAYS 2010 und Interviews mit Wolfgang Hohlbein, Christoph Hardebusch und Birgit Fiolka. Auf einen ereignisreichen Herbstanfang.

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