23. Oktober 2010

- Reingelesen - Der Krimiherbst lässt seine Blätter fallen

Was gibt es schöneres, als in einem gemütlichen Ohrensessel zu sitzen, Kerzen anzuzünden, den Kamin im Hintergrund knistern zu hören, einen leckeren Kakao mit Sahne zu schlürfen und dabei einen schönen Krimi zu lesen? Damit Ihr die Zeit der kurzen Tage auch richtig genießen könnt, habe ich hier ein paar Krimilesetipps für Euch.

Regionalkrimis

Wann hat man schon mal das Vergnügen ein Buch zu lesen, bei dem der Schauplatz direkt vor der Türe ist? Das ist wohl eher selten. Regionalkrimis hingegen decken genau dies ab. Eine Vielzahl unterschiedlicher Orte bietet der KBV-Verlag aus Hillesheim. Bekannt ist der Verlag vor allen Dingen für seine Eifelromane. Doch auch das Ruhrgebiet ist vertreten. Als ich auf der Frankfurter Buchmesse von den mächtigen ledernen Sofas angezogen wurde, stach mir sofort Fronleichnam von Markus Bötefür in die Augen. Bei Kirmes- und Freizeitparkfans wird es schon beim Titel des Buches klingeln – na, wo spielt dieser Ruhrkrimi? Richtig, in Oberhausen. Jedes Jahr zu Fronleichnam findet in Oberhausen Sterkrade die größte Straßenkrimes Europas statt. Grund genug das Kirmesgelände als Schauplatz für einen Mord zu wählen.

Die deutsch-vietnamesische Komissarin Thi Fischer berichtet aus ihrer Sicht die Geschehnisse. Über den Mord eines jungen Türken, der am Eröffnungsabend niedergestochen wurde und von drei Obdachlosen, die einen Tag nach dem Unglück durch einen Karusselunfall tragisch ums Leben kommen. Wer steckt hinter diesen Ereignissen und gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen den Opfern? Doch nicht nur das Verbrechen plagt die junge Beamtin, sondern auch der Kummer einer vergangenen Liebe.

Keine Frage: Für Ruhrpottler und Kirmesfans ein absolutes Muss.




Psychothriller

Wer es nicht ganz so kriminalistisch mag, greift gerne zum Psychothriller. Sebastian Fitzek und John Katzenbach stehen da ganz oben bei den Favouriten. Die Kunst in diesem Genre ist den dem Leser keinen klassischen Tatbestand zu präsentieren, sondern ihn und den Protagonisten an der Nase herum zu führen.

Die Titel beider Autoren sind kurz und prägnant: Der Splitter, Der Augensammler, Die Anstalt, Das Opfer. Alle Thriller versprechen Spannung und Nervenkitzel bis zum Schluss. Am 2. November 2010 kommt John Katzenbachs neuestes Werk Der Professor in den Buchhandel. Ich bin gespannt ob der neue Katzenbach den Leser wieder einmal gefangen nimmt.

In seinem neuesten Werk schreibt Katzenbach über den Psychologieprofessor Adrian Thomas, welcher die niederschütternde Diagnose Demenz bekommt. Er hat es befürchtet, doch nun da er es bestätigt bekommen hat, ist er sich seiner selbst nicht mehr sicher. Was ist wahr und was ist falsch? Zu später Stunde sieht er eines Tages eine junge Frau vorübereilen. Hinter ihr ein Lastkraftwagen, der kurzzeitig beschleunigt, sodass die Frau aus Thomas' Blickfeld verschwindet. Als der Lastkraftwagen wegfährt, ist auch das Mädchen verschwunden. Hat er sich das wirklich nur eingebildet oder wurde er Zeuge eines schrecklichen Verbrechens? Für Adrian Thomas steht die Welt auf dem Kopf.

Ebenso makellos wie zuvor reiht sich Der Professor vom Layout neben die anderen Katzenbachs. Die Leseprobe verspricht einen ehrenwerten neuen Platz.

Agatha Christie

Vor 120 Jahren wurde die Queen of Crime geboren. Mit dem Orientexpress nahm sie den Leser mit auf Ermittlungsreise.

Zeitlos elegant, mit englischem Flair, kommen Christies Krimis daher. Hierbei dürfen sich die Herren auch gerne eine Zigarre genehmigen. Eine wunderbare Kombination für den Herbst. Es wäre doch eine Schande ihre Krimis nicht gelesen zu haben, wo sie es doch gesschafft hat, so viel Generationen zu begeistern – nachhaltig.




Der literarische Tipp zum Schluss

Im September eröffnete das 1. Deutsche Krimihotel in Hillesheim in der Eifel. Es ist kein gewöhnliches Hotel. Ein englischer Clubraum, Themenzimmer nach James Bond, Miss Marple, Alfed Hitchcock oder Der Orientexpress lassen Krimiherzen höher schlagen. Stilvoll gestaltet, macht es mich auf jeden Fall neugierig und ich bin mir sicher, dass ich mir ein Wochenende in der Eifel genehmigen werde. Um die Übernachtungen zu einem Erlebnis zu machen, bietet das Hotel Themenwochenenden an, die jeden Geschmack treffen. Passend dazu kann man es sich im Café Sherlock im Kriminalhaus Hillesheim gemütlich machen. Das nennt man doch mal Abtauchen in die Welt des Krimis.


Clubroom
Das Krimihotel
Alfred Hitchcock




Bildquellen: www.krimihotel.de | www.celebrityicing.com | www.ksta.de
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