2. Januar 2011

- Rezension - Nichts von Janne Teller [Hörbuch]

Originaltitel: Intet (Dänisch)
Autorin: Janne Teller
Sprecher: Laura Maire
Alter: empfohlen ab 14 Jahren
Verlag: Hörbuch Hamburg, 2010
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Nichts hat im Leben Bedeutung. Der Meinung ist Pierre Anthon, Schüler der 7. Klasse und beschließt nach den Sommerferien, dass es nichts gebe, was Bedeutung hätte und verlässt die Klasse. Er hat nicht vor wieder zu kommen. Deshalb beschließen seine Klassenkameraden, dass sie Pierre Anthon zurück holen müssen. Doch ganz so einfach ist dieses Vorhaben nicht. Schneller als sie gedacht hätten, befinden sie sich in einem perfiden inneren Konflikt.

Aus der Sicht von Agnes wird die Geschichte um den Sinn des Lebens beschrieben. Pierre Anthon verlässt die Klasse, weil das Leben angeblich keine Bedeutung hat. Nicht für ihn, noch für sonst irgendwen. Um ihm vom Gegenteil zu überzeugen, beschließen seine Klassenkameraden einen „Berg der Bedeutung“ zusammen zu tragen. Bestehen soll dieser Berg aus persönlichen Gegenständen von allen aus der Klasse. Jeder hat die Pflicht seinen Teil hinzuzfügen. Es entwickelt sich zu einem Ritual zwischen den vierzehnjährigen Jugendlichen. Sie gehen regelmäßig zum stillgelegten Sägewerk, um dort ihren Berg zu errichten. Die Erwachsenen sollen nichts davon mitbekommen. Zu Anfang sind die Gegenstände noch harmlos, wenn auch mit Bedeutung für den Besitzer. Agnes muss ihre grünen Sandalen hergeben. Andere geben Fotos oder Bücher her. Das daraus ein makaberes Spiel werden würde, ahnt zu Beginn keiner – bis Gerda ihren Hamster auf den „Berg der Bedeutung“ legen muss. Das ist noch lange nicht das Ende. Die Kinder geben alles. Denn jeder, der etwas abgegeben hat, wählt den Nächsten und seine Opfergabe aus. Bis zur Vollendung des Berges fließen nicht nur Tränen und Blut, auch die Moral geht verloren.

Der Sinn des Lebens. Was ist der Sinn des Lebens? Jeder versucht diese Frage im Laufe seines Lebens zu beantworten in der Hoffnung eine zufrieden stellende Antwort darauf zu finden. Die Jugendlichen aus Nichts: Was im Leben wichtig ist gehen dieser Frage auf dem Grund. Pubertierende Kinder neigen dazu, die schwierigen Fragen des Leben gerade während dieser Lebensjahre aufzugreifen. Die Geschichte um Agnes, Pierre Anthon und ihre Klassenkameraden gleicht einer makaberen Geschichte. Sie ist schrecklich und interessant. Der Konflikt der Kinder mit sich, ihrem Leben, der Bedeutung, ist spannend und bringt den Leser zum Nachdenken.

Janne Tellers Debütroman ist skandalös. Es als Jugendbuch zu bezeichnen, ist riskant. Es ist ein starkes Buch, dass einen sehr ernsten Hintergrund hat. Für Jugendliche ab 14 Jahren nur bedingt geeignet. Je nach Gemütszustand ist es nicht zu empfehlen, da die Gefühlswelt sehr ins Wanken geraten kann. Nichts: Was im Leben wichtig ist ist eine Geschichte, die nur allzu schnell Wirklichkeit werden kann, in den Händen eines pubertierenden Jugendlichen.

Mit einer Laufzeit von 178 Minuten ist das Hörbuch zwar für Zwischendurch geeignet, allerdings nicht für nebenbei. Agnes erzählt die Geschichte und Laura Maire verleiht ihr ihre Stimme. Maire verleiht Agnes' Gedanken und Gefühlen Substanz und bringt den Konflikt des Buches mit einer kindlichen, aber starken Stimme zum Ausdruck. Dennoch macht sie den Roman nicht weniger erschreckend, als er ist.

Fazit: Ein starker Roman, mit einem kritischen, brisanten Thema, welches sicherlich nicht für jeden Jugendlichen geeignet ist. Spannend, skandalös mit einer depressiven Note – höchst explosiv, aber nicht zu unrecht ein Bestseller.

Bewertung: (4 von 7)





Die Autorin:
Janne Teller wurde 1964 in Kopenhagen geboren. Sie stammt aus einer deutsch-österreichischen Familie und arbeitete für die EU und UNO als Beraterin im Bereich der Makroökonomie. Jentet (deutsch: Nichts), ist ihr erster Jugendroman und wird seit der Veröffentlichung im Jahr 2000 in Dänemark kritisch diskutiert.

Die Sprecherin: 
Laura Maire ist deutsche Schauspielerin und Sprecherin. Sie sprach unter anderem die Alice Cullen in der Verfilmung von Twilight.
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