25. April 2010

- Rezension - Gottesopfer von Tanja Pleva

Autor: Tanja Pleva
Genre: Thriller
Verlag: Piper, 2010
ISBN: 9783492258678
Preis: 9,95 Euro

Hexenfolter, Hexenverbrennungen, Inquisition, Exorzisten… All dies gehört schon lange der Vergangenheit an. Kein Mensch würde heute noch versuchen Frauen Dämonen auszutreiben, die angeblich von ihnen Besitz ergriffen haben.

Klingt soweit logisch, doch Tanja Pleva zeigt in ihrem Roman „Gottesopfer“, dass dies gar nicht so unrealistisch ist und durchaus als Motiv eines Serienkillers gelten kann. Skizziert wird der Täter auf dem Buchrücken mit den Sätzen „Er handelt im Auftrag Gottes. Und seine Opfer erleben die Hölle.“

Kaum schlägt man das Buch auf und liest die ersten Seiten, trifft es einen Schlag auf Schlag. Noch ist das Motiv des Täters nicht bekannt. Nur eins ist klar, aus unterschiedlichen europäischen Städten werden Frauen auf brutalste Art und Weise getötet. Alle mit denselben Methoden. Es scheint der gleiche Mörder zu sein, doch inwiefern besteht eine Verbindung zwischen seinen Opfern? Warum mordet er gerade in diesen Städten? Genau das herauszufinden, ist Sam O´Connors Aufgabe.

Tanja Pleva wurde 1965 geboren. Seit jeher ist sie viel unterwegs. Mittlerweile ist sie in Kolumbien ankommen, wo sie mit ihrem Mann und ihren Kindern wohnt. Mit „Gottesopfer“ hat sie ihren Ermittler Sam O´Connor das erste Mal auf die Probe gestellt. Weitere Fälle sind in Planung.

Atemberaubend spannend, aber nicht für Zartbesaitete, setzt die Autorin ein Thema in Szene, welches für den Menschen der Jetztzeit gar kein Thema mehr ist. Das Mittelalter ist längst vergangen und so auch die Gedanken daran, Frauen, die angeblich besessen sind, zu foltern. Nicht unbedingt jeder ist mit diesen Gedankengängen konform und sieht Frauen immer noch, als die Brut des Teufels an. Der Anfang allen Übels. Und so erfährt der Leser die Geschichte eines Mannes, welcher im Kloster aufgewachsen ist, da seine Familie ihn abgestoßen hat.

Mit Rückblenden in das Leben des Täters, kommt man nach und nach darauf, wer der eigentliche Schuldige ist. Noch vor Sam wird dem Leser des Rätsels Lösung präsentiert und man fiebert auf das Ende entgegen. Wird das letzte Opfer überleben oder nicht?

Es ist ein Thriller, welcher wahrscheinlich nicht für jeden Leser das Richtige ist. Für viele wirkt die Thematik weit hergeholt, für andere wiederum gar nicht so unwahrscheinlich. Ebenfalls kritisch beleuchtet, allerdings nur am Rande, wird das momentan populäre Thema Missbrauch von Kindern in der Kirche, wodurch ein Bild der Kirche entsteht, welchen das von vielen Menschen bestätigt.

Fazit: "Gottesopfer" von Tanja Pleva ist ein durchaus gelungenes, gut recherchiertes Buch für Zwischendurch mit Rückblick auf die Foltermethoden des Mittelalters. Als Abendlektüre allerdings nicht für jeden zu empfehlen.

Bewertung: (5 von 7)




Eine Leseprobe gibt es hier.
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