25. April 2010

- Autoreneinmaleins - Tanja Pleva mit ihrem Roman "Gottesopfer" im Interview

Die Autorin Tanja Pleva
Tanja Pleva wurde 1965 als Tochter von Schauspieler Jörg Pleva geboren. In der Welt ist sie bisher viel herum gekommen. Die Entdeckerin in ihr bereiste Asien, Europa und Amerika. Heute lebt sie zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Kolumbien. Im April 2010 hat sie mit "Gottesopfer" ihren ersten Thriller mit dem Ermittler Sam O´Connor veröffentlicht, welcher im Piper Verlag erschienen ist.

Für BuchLeben hat sich die Autorin Zeit genommen und ein paar Fragen zu sich und ihrem ersten Roman beantwortet.


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Liebe Tanja,

Du bist in Deinem Leben schon viel herum gekommen. Asien, Europa bis nach Amerika. Warum und wann hast Du Dich entschieden aus Deutschland in nach Kolumbien auszuwandern?

Ich habe hier schon von 1992 bis 98 gelebt, bin dann aber wieder zurück nach Deutschland mit meiner Familie. Aber das Klima in Kolumbien, die freundlichen Menschen und die wunderschöne Flora…das vermißt man nach einer Weile.

Wodurch wurde bei Dir der Impuls wach, dass Du als Autorin tätig sein möchtest und wann hast Du mit dem Schreiben begonnen?

Angefangen zu schreiben, habe ich mit 17. Es waren meist autobiographische Geschichten. Abschnitte aus meinem Leben, die ich meinte, dass sie besonders aufregend waren. Wenn ich sie noch hätte, würde ich wahrscheinlich vor Scham in den Boden versinken.
Mit 24 habe ich Übersetzungen gemacht, dann Synchronbücher fürs deutsche Fernsehen geschrieben. Irgendwann packte es mich dann und ich fing an ein Exposé für eine Liebeskomödie zu schreiben. Sie schaffte es bis vor die Türen Hollywoods und verlief im Sande. Danach folgten noch weitere Anläufe, Komödien ans dt. Fernsehen zu verkaufen. Und dann kam der Tag, an dem eine Geschichte in meinem Kopf Formen annahm - inzwischen war ich ja zu einer leidenschaftlichen Thrillerleserin geworden - und die brachte ich auch zu Papier. Gottesopfer. Ich hatte das Gefühl mein Medium gefunden zu haben. Und so war es ja dann auch.

"Gottesopfer“ ist Dein erster Thriller. In Deinem Buch greifst du das Thema Hexenverfolgung in der Jetztzeit an. Wie kam es, dass Du gerade dieses geschichtsträchtige Thema für einen Roman in der Gegenwart aufgegriffen hast?

Es ist ein Thema, das mir immer wieder eine Gänsehaut über den Rücken fahren lässt. Ignoranz, Engstirnigkeit und das sich Bedienen am fremden Eigentum, wie es die Kirche getan hat, ist für mich generell ein spannendes Thema. Vor allem, weil der Kirche erstaunlicherweise nichts nachgetragen wird. Es wird nicht der Finger gehoben und gesagt, ihr habt unschuldige Menschen gefoltert, verbrannt, geköpft, missbraucht.
Der ursprüngliche Titel hieß "Die Pythonen“, so hießen Frauen aus denen die Dämonen sprachen, bzw. sich der Wahrsagekunst bedienten. Ich kenne einige Frauen, die richtig gut darin sind und die damals mit Sicherheit auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden wären.

Die Kirche spielt in Deinem Buch ebenfalls eine wichtige Rolle. Wie siehst Du die Stellung der Kirche heutzutage und bist Du selber gläubig?

Ich glaube an "Gott“, an das große Licht, an das Universum, an die Macht oder wie wir es auch immer nennen mögen. Ich glaube nicht an die Institution Kirche. Ich denke Sam O´Connor ist da einer Meinung mit mir ;-).

Ist es Deiner Ansicht nach ein Konflikt Spirituelles mit der Kirche zu verbinden oder kommt der Glaube an Gott auch einem gewissen Spiritismus nahe?

Ich denke, dass Gott und Spiritismus nicht getrennt werden dürften. Es gab um die Jahrhundertwende, also ungefähr 1880 – 1940, Priester, die spirituelle Sitzungen abgehalten haben. Sie mussten ihr Amt niederlegen. Es ist nur dem Papst gestattet, sich direkt mit Gott oder seinen Geistern (Engeln) zu unterhalten.

Der Protagonist Sam O´Connor wird als gutaussehender Europol-Ermittler beschrieben. Mit welchem Motiv ist Deine Hauptfigur entstanden?

Das soll ein bisschen mein Geheimnis bleiben. So viel sei dazu gesagt, wir gehen alle durch Krisen und da braucht man manchmal einen Wegbegleiter.

Wird Sam O´Connor in Zukunft weitere Fälle lösen?

Oh ja. Der zweite Fall ist fertig und der dritte steht in meinem Kopf und muss noch zu Papier gebracht werden.

Dein Buch ist im PIPER-Verlag erschienen. War es schwierig einen Verlag zu finden, der Dein Buch verlegen wollte?

Ich bin nicht direkt an Verlage herangetreten. Ich habe mir einen Agenten gesucht. Lustigerweise hat die erste Agentur abgesagt, weil sie meinten es wäre zu amerikanisch. Die vierte Agentur hat Interesse gezeigt und mich unter Vertrag genommen.

Welche Atmosphäre brauchst Du zum Schreiben?

Ich habe einen wunderschönen Blick ins Grüne und könnte auf der Terrasse schreiben, weil hier das ganze Jahr über sommerliche Temperaturen herrschen. Stattdessen sitze ich in einem kleinen Raum, verdunkelt noch dazu, und schreibe. Ich habe so das Gefühl, die Gedanken festhalten zu können.

Welchen Tätigkeiten gehst Du nach, wenn Du nicht schriftstellerisch tätig bist?

Ich mache Schmuck, spiele leidenschaftlich gerne Tennis und lese einen Thriller nach dem anderen. Und dann habe ich ja auch noch 2 Kinder, zwei Hunde, 5 Katzen und einen Mann….

Hast Du einen Lieblingsautor bzw. eine Lieblingsautorin?

Jean-Christoph Grangé, Mo Hayder. Generell habe ich aber keine Lieblingsautoren, sondern eher Bücher, die mir besonders zugesagt haben.

Werden wir Dich in Deutschland auch bald Live erleben können?

Ja, ich plane im Herbst nach Deutschland zu kommen.

Vervollständige bitte diesen Satz:
Ich liebe das Schreiben, weil…

man dann ein klein wenig Gott spielen kann. Man erschafft, kreiert, lässt leben oder sterben.


Vielen lieben Dank, Tanja, dass Du dir für BuchLeben Zeit genommen hast, um ein paar Fragen über Dich persönlich und Dein Buch "Gottesopfer“ zu beantworten. Ich wünsche Dir weiterhin viel Muse beim Schreiben und freue mich auf weitere Ermittlungen mit Sam O´Connor.

Meine Rezension zu "Gottesopfer" ist hier zu finden.
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