16. April 2010

- Rezension - Die Magier von Montparnasse von Oliver Plaschka

Titel: Die Magier von Montparnasse
Autor: Oliver Plaschka
Gattung: Fantasy
Verlag: Klett Cotta, 2010
ISBN: 978-3-608-93874-6
Preis: 21,90 Euro






„Die Ereignisse jenes Sonntags im September, die in ein solches Tohuwabohu münden sollten, dass später niemand seine Verwicklung in sie eingestehen mochte (besonders nicht die Mitglieder der Société Silencieuse), entzündeten sich an einer unbedeutenden Kleinigkeit, welche sich unglückseligerweise gerade zum Abschluss unserer sonst recht erfolgreichen Reihe von Vorstellungen im Bobino zutrug.“

Dieser erste Satz spricht nur allzu sehr die Wahrheit. Um dem Buch treu zu bleiben, bräuchte man keine weitere Inhaltsangabe, da die weiteren Geschehnisse ebenso rätselhaft und verwirrend sind.

Oliver Plaschka ist deutscher Fantasyautor. Der in Speyer lebende Schriftsteller absolvierte ein Studium in Anglistik und Ethnologie mit Promotion. Neben seiner Tätigkeit als Romanautor, ist er zudem als Übersetzer und Herausgeber von Geschichten tätig. Mit „Die Magier von Montparnasse“, welche 2010 im Klett Cotta Verlag erschienen sind, veröffentlicht er seinen zweiten Roman im Fantasygenre.

Justine ist Kellnerin im Le Jardin, einem kleinem Hotel an der Kreuzung Cerrafour Vavin, im Herzen von Paris. Im Augenblick zu Gast ist der Zauberer Ravi mit seiner Assistentin Blanche, welche zurzeit Vorstellungen ihrer Künste im Varieté Bobino geben. Doch alles ändert sich von Schlag auf Schlag. Während seiner letzten Vorführung im Bobino ist Ravi dazu gezwungen richtige Magie anzuwenden und dies obwohl die Société strengste Auflagen dagegen erhebt. Plötzlich scheint alles zu rotieren während Schein und Wirklichkeit miteinander verschmelzen.

Um wen es in dieser Geschichte genau geht, ist schwer zu sagen. Denn es gibt weder einen, noch zwei Protagonisten, sondern viel eher sieben. Neben dem Zauberer Ravi und seiner Assistentin Blanche, wird die Geschichte ebenfalls aus der Perspektive des Hotelbesitzers Alphonse, seiner Frau Esmeé, dem Mysteriösen Barneby, dem zukünftigen Schriftsteller Gaspard und der Kellnerin Justine erzählt. Alle berichten aus ihrer Perspektive wie die Tage verlaufen, besser gesagt, der eine Tag, welcher dazu verdammt ist, sich ewig zu wiederholen, bis das Rätsel gelöst wird.

Eine spannende Konstellation bietet sich dem Leser, allerdings ist diese umso verwirrender. Bis zum Schluss bleibt fraglich was nun eigentlich passiert beziehungsweise geschehen ist. Der Sinn und das Ende sind nur schwer schlüssig und ein großes Fragezeichen bleibt nach dem ersten Lesen zurück. Es ist ein Buch, welches scheinbar erst nach dem zweiten Mal begeistert, da man eine ganz andere Anfangsperspektive hat. Der erste Satz ergibt nach dem Lesen der Lektüre einen sehr tieferen Sinn, als zuvor.

„Die Magier von Montparnasse“ ist ein Buch aus dem Fantasygenre, welches verwirrender kaum sein könnte und die Geschmäcker spaltet. Neben wunderbaren Charakteren, ist die Geschichte leider ein ewiges Katz-und-Maus-Spiel zwischen Verständnis und Wiederspruch. Sicherlich gut durchdacht, erfährt der Leser nicht so viel, wie er gerne möchte, um die Geschichte zu verstehen. Zwar mag dieses Rätsel um Ravi und seiner Assistentin reizvoll sein, aber nachdem es auch nach der ersten Hälfte des Buches keine klaren und eindeutigen Hinweise gibt, zumindest wenn man dies als einfache Lektüre sieht, stellt sich immer mehr Enttäuschung ein. Trotz hoffnungsvoller Erwartung durchleuchtet man nach Beendigung des Buches die Lösung nicht.

Fazit:
Je nach Blickrichtung sind die Geschenisse um „Die Magier von Montparnasse“ von Oliver Plaschka sicherlich ein interessanter Ansatz. Allerdings ist das kein Ende nehmende Hin und Her, zwischen Wahrheit und Illusion, der Dolchstoß der Geschichte.

Bewertung: (3 von 7)


Eine Leseprobe gibt es hier.
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