26. März 2010

- Rezension - Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

Titel: Gut gegen Nordwind
Autor: Daniel Glattauer
Gattung: Romand, Unterhaltung
ISBN: 978-3-442-46586-6 Pick It!
Verlag: Goldmann, Verlagsgruppe Random House

Emmi Rothner und Leo Leike gehören mittlerweile wohl mit zu den Traumpaaren der deutschsprachigen Literatur. In „Gut gegen Nordwind“ finden die beiden zueinander – oder vielleicht doch nicht?

Eigentlich wollte Emmi Rothner nur ihr Zeitschriftenabonement bei Like kündigen. Doch wie der Zufall so will, vertippt sie sich. Unverhofft landet ihre Email in Leo Leikes Postfach. Nachdem Emmi Leo zum dritten Mal schreibt, dass sie ihr Abo kündigen möchte, macht Leo sie darauf aufmerksam wo sie eigentlich gelandet ist. Von nun an beginnt ein ständiges auf und ab in einer Beziehung, die weder einen Anfang, noch ein Ende hat.

Daniel Glattauer ist österreichischer Schriftsteller und hat bisher zehn Bücher geschrieben, die zum größten Teil im Zsolnay und Deuticke Verlag erschienen sind. Die Geschichte um Leo und Emmi gehört mittlerweile zu seinen bekanntesten und erfolgreichsten Werken. Sie lebt von dem Dialog zwischen zwei sich völlig unbekannten Menschen, die sich durch Zufall mittels einer Email gefunden haben.

Sich einem fremden Menschen anzuvertrauen, ist für die meisten unvorstellbar. Sich dann auch noch per Email kennen zu lernen und Intimitäten auszutauschen, ist noch viel unwahrscheinlicher. Das dachten sich Emmi und Leo wohl auch, bevor sie sich im Internet über den Weg gelaufen sind. Im heutigen Zeitalter ist es nicht ganz so abwegig, wie es klingt, dass man sich auf eine solche Art und Weise kennenlernt und Gedanken, Emotionen, Freud und Leid miteinander austauscht.

Während Emmi glücklich verheiratet ist, lebt Leo allein mit gelegentlichen Liebschaften. Beides zum Nachteil des jeweils anderen. Dennoch können die beiden weder mit noch ohne einander. Allein durch das Wort lernen sie einander kennen und erhoffen sich beide nach einer Zeit mehr daraus. Ihre Emailkorrespondenz kommt einer Achterbahnfahrt der Emotionen gleich, die nach Beendigung der Lektüre kein Ende nimmt.

Wortgewand und beinahe philosophische Emails, die mal länger und mal kürzer, voller Zorn oder Zuneigung sind, gehören mit der Zeit zu Leo und Emmis Leben, ebenso wie zu dem des Lesers, welcher ,egal ob Mann oder Frau, mit beiden zittert und bangt. Dieses Gefühlschaos lässt beinahe nichts anderes zu, als das sich die beiden endlich treffen.

Obwohl es „nur“ Emails sind, die in „Gut gegen Nordwind“ ausgetauscht werden, lebt das Buch durch zwei temperamentvolle, manchmal zurückhaltende, aber vor allen Dingen gefühlvolle Menschen, die anscheinend einfach zueinander gehören.

Was dies für ein Ende haben wird, weiß man nach dem ersten Buch nicht. Doch zum Glück erfährt der Leser dies in „Alle sieben Wellen“.

Fazit: Eine Achterbahn der Emotionen, die den Leser mit sich reißt und viel zu schnell vorbei ist. 

Bewertung: (6 von 7)
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