5. März 2010

- Filmkritik - Alice im Wunderland

Regie: Tim Burton
Genre: Fantasy / Adventure
Kinostart: 04.03.2010
Laufzeit: 108 Minuten
FSK: Ab 12 Jahren
Verleih: Walt Disney

Dreizehn Jahre sind vergangen seit Alice (Mia Wasikowska) das letzte Mal im Wunderland war. Allerdings ist es ihr einzig in ihren Träumen verblieben – bis heute. Während Alice Abwesenheit hat sich im Wunderland jedoch einiges verändert. Die Rote Königin (Helena Bonham Carter; Sweeny Todd, Harry Potter und der Halbblutprinz)  hat ihrer Schwester, der Weißen Königin (Anne Hatheway; Der Teufel trägt Prada, Valentinstag), die Krone geklaut und damit das Land zum Untergang verurteilt. Einzig Alice ist dazu in der Lage das Land zu retten, indem sie den Jabberwocky, das Lieblingshaustier der Roten Königin, zerstört. Nach und nach erkennt die nun erwachsene Alice, dass ihr Traum Wirklichkeit ist und, dass das Schicksal vom Wunderland allein von ihr abhängig ist.

Tim Burton ist nicht nur Regisseur, sondern auch eine Marke für skurril bunte, surreale Welten. Auch „Alice im Wunderland“ ist bunt und schrill mit dem Hang zum Abgedrehten, dennoch kommt das richtige Burton-Feeling hier nicht auf. Während man bei Filmen, wie „Caroline“ oder „Charlie und die Schokoladenfabrik“ einen Film präsentiert bekommen hat, der neben einem tollen Szenario eine Abart bereithält, die das Verlangen von Für und Wider  bis aufs Äußerste ausreizt, findet man bei Alice beinahe eine Disney typische Darstellung.

Trotz alledem liegt auch in dieser modernen Interpretation und Weiterführung der Vorlage von Lewis Carrolls Roman aus dem Jahre 1865 das Besondere im Detail. Charaktere, wie der Verrückte Hutmacher (Johnny Depp; Charlie und die Schokoladenfabrik, Sweeny Todd), die Herz Königin und die Grinsekatze sind nicht nur gestalterisch wunderbar inszeniert, sondern auch ausdrucksvoll und charakteristisch dargestellt. Auch die Darstellung des Wunderlandes ist sehr gut gelungen, wenn man bedenkt, dass es in vollkommener Zerstörung präsentiert wird. Schließlich führ die Rote Königin nicht nur eine Schreckensherrschaft, sondern hat zugleich das Land zum Zerfall gebracht.

Sicherlich wäre eine neue Darstellung der ursprünglichen Geschichte um Alice auch reizvoll gewesen, dennoch hat man sich mit dieser neuen Auslegung ein weitaus breiteres Spektrum zu Nutzen gemacht. Problemlos war es somit möglich sowohl die altbekannte Version zu erzählen, während man eine andere Handlung mit hat einfließen lassen, welche wiederum weitaus brutaler ist, auch wenn sich dies in Grenzen hält. 

Fazit: Man muss weder das Buch, noch die eigentliche Geschichte um Alice, dem Hasen, dem Verrückten Hutmacher und allen anderen Bewohnern von Wunderland kennen, um den Film und seinen Hintergrund zu verstehen. Wer hier jedoch die abstruse gothic-artige Welt von Tim Burton erwartet, wird bei „Alice im Wunderland“ nicht auf Gold stoßen. Trotza lledem kann man diese neue Interpretation durchaus als sehenswert beurteilen, allerdings nicht als Film, den man gesehen haben muss.


Trailer:









Bewertung:(7 von 10)


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