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9. Februar 2011

- Rezension - Krabat - ein ganz besonderes Hörspiel

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Titel: Krabat
Autor: Otfried Preußler
Sprecher: Michael Mendl, Laura Maire u.a.
Alter: empfohlen ab 12 Jahren
Genre: Fantasy, Jugendbuch
ISBN: 978-3-86231-018-0
Verlag: Der Audio Verlag, 2010
Hörprobe bei Audible




Krabat von Otfried Preußler ist ein Jugendbuchklassiker der besonderen Art. Er ist düster, hat eine wunderbare Geschichte, welche die Gefühlswelt schwanken lässt. Der Audio Verlag hat 2010 ein neues Hörspiel von Krabat auf den Buchmarkt gebracht, das diesen Wechsel ganz besonders hervorhebt.

26. Dezember 2010

- Rezension - Eine Weihnachtsgeschichte [Hörbuch]

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Titel: Eine Weihnachtsgeschichte
Originaltitel: A Christmas Carol (Englisch)
Autor: Charles Dickens
Sprecher: Helmut Krauss
Gattung: Weihnachtsgeschichte
Verlag: Audible, 2008
Hörprobe





Das heilige Fest neigt sich dem Ende entgegen. Heute ist der letzte Weihnachtstag, was allerdings kein Grund ist, nicht noch einmal in einer schönen Weihnachtsgeschichte abzutauchen. Während man die Spuren vom letzten Weihnachtsgelage beseitigt, eigenet sich ein Hörbuch natürlich besonders gut. Daraus kann sich ein wunderbares Hörvergnügen entwickeln, wenn man Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, gesprochen von Helmut Krauss, nimmt.

Der zweite Geist
Marley ist tot. So beginnt die Geschichte um den miesepetrigen Ebenezer Scrooge. Marley war sein Geschäftspartner und einziger Freund, den Scrooge jemals hatte. Ebenezer ist ein tüchtiger Mann. Zu tüchtig, könnte man sagen. Dazu ist er geizig, unfreundlich und gönnt seinen Mitmenschen nichts Gutes. An dem heiligen Abend, ein Jahr nach Marleys Tod, ergeignen sich jedoch merkwürdige Ereignisse. Scrooge wird von seinem alten Geschäftspartner als Geist heimgesucht. Schwere Ketten hängen an ihm, welche durch seinen schlechten Charakter immer länger und länger geworden sind und die  nach seinem Ableben an ihm haften. Er prophezeit Scrooge, dass ihn in den kommenden drei Nächten drei Geistern heimsuchen werden. Jedes Mal, wenn die Uhr eins schlägt.
Das Ziel der drei Geister soll es sein Scrooge beizubringen, was es heißt ein fröhlicher Mensch zu sein und was es bedeutet nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben.

Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens ist ein Klassiker unter den Weihnachtsgeschichten. Sie wurde oft verfilmt. Egal ob als Zeichentrick, als Musical, als Animationsfilm oder als eine Inszenierung von den Muppets. Es ist eine Geschichte in fünf Strophen. Zuerst kommt Marleys Geist, dann der erste Geist, der zweite Geist und der dritte Geist. Zum Schluss das Ende. Es ist eine Erzählung, die schön, aber auch schaurig ist.

Mit Helmut Krauss als Sprecher ist diese Weihnachtsgeschichte ein wunderbares Hörvergnügen. Mit seiner rauen, dunklen Stimme, stellt er einen wunderbaren Erzähler da, der das Geschehen von Außen beobachtet. Er inszeniert Scrooges Wesensveränderung wunderbar und verleiht dem Ganzen ebenso eine düstere Note.

Fazit: Zum Hören, Lesen oder Sehen ein tolles Mär, das die ganze Familie in seinen Bann zieht. Mit einer ungekürzten Fassung von drei Stunden und dreißig Minuten durchaus für den heiligen Abend oder für den Weihnachtsputz geeignet. Meine absolute Weihnachtsempfehlung!

Bewertung: (6 von 7)




Der Autor:
Charles Dickens lebte von 1812 bis 1870. Dieser britische Schriftsteller schrieb zahlreiche gesellschaftskritische und unterhaltsame Romane. Darunter David Copperfield und Eine Weihnachtsgeschichte.








Der Sprecher:
Helmut Krauss ist gelernte Schauspieler, Kabarettist und Synchronsprecher. Er verlieht zahlreichen Schauspieler, wie z.B. Samuel L. Jackson, seine Stimme. Den meisten Leuten ist er durch seine Rolle in der Kinderserie Löwenzahn bekannt.

Bildquellen: amazing-gazette.de | allairevillage.org

11. September 2010

- Rezension - Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid - Schneewittchens wahre Geschichte von Gabriella Engelmann [Hörbuch]

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Sprecherin: Cosma Shiva Hagen
Gattung: Kinder- und Jugendbuch
ISBN: 9783862310203
Verlag: Der Audio Verlag, 2010
Laufzeit: ca. 203 Minuten
Preis: 14,99 €



Über den Bergen bei den sieben Zwergen, dahin verschlägt es Schneewittchen nachdem der Jägersmann sie im Auftrag ihrer Stiefmutter umbringen sollte.

Das Schneewittchen in der Geschichte von Gabriella Engelmann Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, Grün vor Neid – Schneewittchens wahre Geschichte heißt Sarah Sandmann, ist ebenso schön wie die Prinzessin der Gebrüder Grimm, lebt jedoch in Hamburg und nicht hinter den Bergen.

Sarahs Granatanhänger
Sarah ist 17 Jahre alt und lebt zusammen mit ihrer Stiefmutter Bella und ihrem Vater Philip in Hamburg. Ihr Vater ist Reisejournalist und deshalb die meiste Zeit überall, aber nicht Zuhause unterwegs. Mit Bella versteht sich die heranwachsende junge Frau nur bedingt. Eifersucht und Hass prägen die Gefühle der Stiefmutter, welche es einfach nicht ertragen kann, dass Sarah tausendmal schöner ist als sie. Schließlich beauftragt Bella den Barkeeper Gunter Sarah zu töten und ihr als Beweis Sarahs herzförmigen Granatanhänger zu bringen. Gunter lässt Sarah fliehen und nimmt lediglich ihre Kette mit. Rettend kommt Sarah bei den sieben Zwergen unter. Dort fühlt sie sich geborgen und sicher, doch ihre Stiefmutter setzt alles daran Sarah zu beseitigen.

Was Jacob und Wilhelm Grimm vor über 100 Jahren zusammengetragen haben, dient heute noch als Inspirationsquelle für viele Schriftsteller. Gabriella Engelmann hat in ihrem aktuellen Jugendroman die Geschichte von Schneewittchen und den sieben Zwergen aufgegriffen und in die Gegenwart versetzt. Entstanden ist ein modernes Märchen, dass die Realität widerspiegelt, den Zauber aber dennoch nicht verliert. Sarah erzählt stets aus der Ich-Perspektive ihre Sicht der Geschichte, während die Einblendungen der Stiefmutter auf Beobachtungen basieren, die dem Leser Bellas Gefühle und Gedanken übermitteln. Die Sprache ist einfach und simpel, die Geschichte mit gerade einmal 203 Minuten Laufzeit kurz und knackig.

Cosma Shiva Hagen interpretiert dieses moderne Mär mit der Stimmlage einer Geschichtenerzählerin. Ihr Erzählstil erzeugt die Atmospäre, als höre man ein Märchen, dass sich die Menschen schon eine lange Zeit erzählen. Mit Ironie und Witz lässt sie Schneewittchen wieder auferstehen.

Fazit: Für Geschichtenliebhaber und Freunde der Grimmschen Märchen ein absolutes Muss und Vergnügen. 

Die Autorin: 
Gabriella Engelmann wurde 1966 in München geboren. Ihre Ausbildung zur Buchhänderlin absolvierte sie in Hamburg. Dort arbeitet sie heute als freie Autorin für Kinder- und Jugendbücher sowie für Romane.

Die Sprecherin: 
Cosma Shiva Hagen wurde 1981 in Los Angeles geboren. Ihre ersten Erfahrungen im Synchronsprechen machte sie bei der Vertonung von Disneys Mulan. Darüber hinaus ist sie als Schauspielerin bekannt und verkörperte unter anderem das Schneewittchen in Otto Waalkes` 7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug.

Bewertung: (6 von 7)





5. August 2010

- Rezension - Cleo - Wie ich das Lachen wieder lernte von Helen Brown

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Titel: Cleo - Wie ich das Lachen wieder lernte
Originaltitel: Cleo. How an uppity helped heal a family (Englisch)
Autor: Helen Brown
Gattung: Biographie, Roman
ISBN: 978-3-552-06136-1
Verlag: Paul Zsolnay Verlag, 2010
Seiten: 379
Preis: 17,90 €





Wer glaubt, dass nur Medikamente heilen können, liegt falsch. Vor allem wenn es um das Seelenheil geht, gibt es weitaus bedeutendere Helfer.

„Auch wenn ich es nur ungern zugab, Cleo half mir über vieles hinweg. Egal ob tags oder nachts, sie schien es zu spüren, wenn ich den Boden unter den Füßen verlor. Dann schob sich eine Pfote unter einem Türspalt durch und sie sprang auf mein Bett oder setzte sich vor mich hin, ohne dass sie etwas gefordert hätte. Sie schnurrte leise und wartete geduldig darauf, dass ich wieder zu mir kam.“

Als Helens neunjähriger Sohn Sam plötzlich und unerwartet ums Leben kommt, geht für sie die Welt unter. Zusammen mit ihrem zweiten Sohn Rob, ihrem Mann Steve und ihrem Golden Retriver Rata überwältigt sie den Alltag, doch die Trauer übermannt die Familie. Jeder versucht auf seine eigene Art mit dieser Situation klar zu kommen. Während Rob stets die Supermanuhr seines Bruders um sein Handgelenk trägt, liegt Rata beinahe teilnahmslos auf der Türschwelle von Sams und Robs gemeinsamen Zimmer. Vor allem Helen fällt es schwer sich in ihrem neuen Leben ohne ihren geliebten Sohn zurechtzufinden – bis Cleo in ihr Leben tritt.
Cleo ist eine kleine schwarze Katze mit einem großen Kopf und kleinem Körper. Doch gerade aufgrund ihres alienhaften Körperbaus nimmt sie schnell einen Platz in der Familie ein. Sogar Rata ist wieder munter, als das zarte Kätzchen in das kleine Haus am Rande von Wellington einzieht. Schnell wächst Cleo zu einer anmutenden Katze heran, die mit ihrem Temperament und ihrer Gegenwart der neuseeländischen Familie beibringt das Leben wieder zu genießen.

Helen Brown schreibt nicht nur irgendeine Geschichte, sondern ihre eigene. Sie schreibt über Unglücke, welche einem im Leben wiederfahren, wie die Menschen diese aus ihrem Alltag verdrängen und wie galant Katzen das Leben leben. Cleo hat sich in eine trauernde Familie gedrängt, als diese dachte, dass es keinen Weg aus der Trauer gibt. Die Katze hat ihnen neuen Lebenswillen geschenkt, ebenso wie ihre Liebe. Obwohl Helen davon überzeugt ist ein Hundemensch zu sein, hat das neue Familienmitglied bald einen großen Platz in Helens Herzen eingenommen.

Mit Cleo – Wie ich das Lachen wieder lernte schreibt Helen Brown eine Form der Biographie, die beweist, wie stark das Band zwischen Mensch und Tier sein kann. In vielerlei Hinsicht sind Tiere unersetzlich. Sie sind stets treu, tollerant und öffnen ihr Herz für jeden Menschen, der bereit dazu ist. Angereichert mit Anekdoten über Katzen erzählt die Autorin aus der Ich-Perspektive diese lebensbejahende Geschichte.

Ein Roman, der die Gefühle Achterbahn fahren lässt sowie Herz und Geist erleuchtet.

„Für alle, die sagen, dass sie keine Katzenmenschen sind, aber tief im Inneren wissen, dass sie welche sind.“

Die Autorin: 
Helen Brown ist eine neuseeländische Kolumnistin und Autorin. Die 1954 geborene Journalistin lebt heute zusammen mit ihrer Familie in Australien. Mehr über ihr Leben und Bilder von ihrer Familie und Cleo findet man auf ihrer Interneseite www.helenbrown.com.au.

Bewertung: (6 von 7)




27. Mai 2010

- Rezension - Blumen für den Führer von Jürgen Seidel

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Titel: Blumen für den Führer
Autor: Jürgen Seidel
Genre: Historischer Jugendroman
ISBN: 978-3-570-13874-8
Verlag: cbj, 2010 








 „Ein so ungewöhnlich hübsches Gesicht wie deines kann es zum Beispiel nur in unserem Volk geben und nicht in Russland, das leuchtet jedem ein.“

1936. Drei Jahre nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten sollen in Deutschland die 36. Olympischen Spiele stattfinden. Menschen von nah und fern werden erwartet. Der Führer Adolf Hitler wird als weltoffener Mensch präsentiert. Während er für die einen die Rettung für Deutschland initiiert, ist er für die anderen der personifizierte Schrecken. Die Meinungen sind umstritten, doch die Mehrheit ist davon überzeugt, dass der Führer das Deutsche Reich wieder zu einem eigenständigen und ruhmreichen Land machen kann. Auch die Mädchen auf Haus Ulmengrund, einem Mädchenpensionat im Mittelgebirge Rhön, vergöttern den Führer. Darunter ist die fünfzehnjährige Renate Anstorm. Allgemein als Reni bekannt, wird sie von jedem geliebt und geschätzt. Mit einer regen Fantasie unterhält sie stets ihre Freundinnen im Mädchenpensionat, auf dem sie seit nunmehr vier Jahren lebt. Doch jetzt erfährt sie, dass sie kein Waisenkind ist, so wie die anderen Mädel. Ihr Vater Graf Haardt ist der Besitzer des Pensionats und der Ländereien rundherum. Nachdem Reni dies erfährt, verändert sich ihr Leben von einen auf den anderen Tag. Sie, welche allgemein als Tausendschön bekannt ist, soll dem Führer bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Berlin einen Blumenstrauß überreichen.

Jürgen Seidel ist deutscher Schriftsteller, welcher 1948 in Berlin geboren wurde. Vor seinem Abitur lernte er die Welt kennen. Von Australien über Südostasien und Kanada, kam er letztlich wieder nach Deutschland. Mit Blumen für den Führer veröffentlicht Seidel, neben Das Geheimnis um die Seelenpest, einen weiteren Jugendroman mit historischer Handlung.

In Seidels Roman spielt Reni Anstorm die Schlüsselrolle. Als scheinbare Waise wird sie eines Tages ihrem Vater vorgestellt, der sie in den Kreis der Schönen und Reichen integrieren möchte. Vieles was für das Mädchen vorher unvorstellbar war, stellt sich als gar nicht so unrealistisch heraus. Obwohl Renate ein sehr gelassenes Kind ist, wächst ihre Aufregung bis ins Unermessliche, bis sie schließlich im Berliner Olympiastadion vor dem Führer höchstpersönlich steht. Viele Berühmtheiten, wie Julius Schaub, den persönlichen Chefadjudanten des Führers, oder Viktoria von Dirksen, welche im Berliner Hotel Kaiserhof regelmäßig Soireen mit Persönlichkeiten des Naziregimes veranstaltete, lernt Reni während ihrer Zeit mit ihrem Vater kennen. Doch auch wenn dies noch so viel Schönes für die heranwachsende Frau mit sich bringt, muss sie vieles hinter sich lassen. Ihre Freundinnen, wie auch ihre Liebe zu Jockel.

Jürgen Seidel erzählt mit Blumen für den Führer eine bewegende Geschichte eines jungen Mädchens, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, die während der Zeit des Nationalsozialismus spielen, spiegelt der Autor nicht die Rolle der Verfolgten wider. Vielmehr wird die Seite der Befürworter der Nationalsozialisten beleuchtet. Für die meisten ist es bis heute unvorstellbar, warum die Menschen diesem Mann gefolgt sind und ihm vertraut haben. In Anbetracht der Zeit ist dieser Gedanke jedoch nicht unbedingt verwerflich. Mit der Besiegelung des Versailler Vertrages wurde Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg zu Reparationszahlungen, sowie Gebietsabtretungen verpflichtet. Für viele Anhänger der NSDAP bestand die Hoffnung darin, dass der neue Reichskanzler Deutschland zur Unabhängigkeit und neuer Macht verhilft.

Auf insgesamt 420 Seiten bringt der Autor einen sehr umfangreichen, aber dennoch leicht verständlichen Jugendroman auf den Buchmarkt. Begriffe, wie der „Versailler Schandvertrag“ und wichtige Personen werden in einem Glossar jugendgerecht erläutert. Für viele mag seine Darstellung der deutschen Geschichte verherrlichend wirken. Dennoch ist nicht zu verleugnen, dass die Diktatur unter Adolf Hitler ohne die richtige Unterstützung nicht so aufgeblüht wäre.

Blumen für den Führer von Jürgen Seidel ist ein sehr lesenswerter Roman für Jung und Alt. Sicherlich profitieren nicht nur Jugendliche ab zwölfJahre von der Geschichte. Die einfühlsamen und bildlichen Beschreibungen geben dem Roman die richtige Farbe, um dem Leser ein rundes Gesamtbild zu liefern. Man lebt mit den Figuren, hofft und bangt mit ihnen, ohne dabei den bitteren Unterton dieser Epoche zu vergessen.

Fazit: Ein erstklassiger Jugendroman, der die andere Seite des „Dritten Reichs“ beleuchtet und zum Nachdenken anregt. Prädikat wertvoll!

Bewertung: (6 von 7)




Diese Rezension ist außerdem auf dem Lesesaal der FH Köln zu finden.

26. März 2010

- Rezension - Gut gegen Nordwind - Daniel Glattauer

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Titel: Gut gegen Nordwind
Autor: Daniel Glattauer
Gattung: Romand, Unterhaltung
ISBN: 978-3-442-46586-6 Pick It!
Verlag: Goldmann, Verlagsgruppe Random House

Emmi Rothner und Leo Leike gehören mittlerweile wohl mit zu den Traumpaaren der deutschsprachigen Literatur. In „Gut gegen Nordwind“ finden die beiden zueinander – oder vielleicht doch nicht?

Eigentlich wollte Emmi Rothner nur ihr Zeitschriftenabonement bei Like kündigen. Doch wie der Zufall so will, vertippt sie sich. Unverhofft landet ihre Email in Leo Leikes Postfach. Nachdem Emmi Leo zum dritten Mal schreibt, dass sie ihr Abo kündigen möchte, macht Leo sie darauf aufmerksam wo sie eigentlich gelandet ist. Von nun an beginnt ein ständiges auf und ab in einer Beziehung, die weder einen Anfang, noch ein Ende hat.

Daniel Glattauer ist österreichischer Schriftsteller und hat bisher zehn Bücher geschrieben, die zum größten Teil im Zsolnay und Deuticke Verlag erschienen sind. Die Geschichte um Leo und Emmi gehört mittlerweile zu seinen bekanntesten und erfolgreichsten Werken. Sie lebt von dem Dialog zwischen zwei sich völlig unbekannten Menschen, die sich durch Zufall mittels einer Email gefunden haben.

Sich einem fremden Menschen anzuvertrauen, ist für die meisten unvorstellbar. Sich dann auch noch per Email kennen zu lernen und Intimitäten auszutauschen, ist noch viel unwahrscheinlicher. Das dachten sich Emmi und Leo wohl auch, bevor sie sich im Internet über den Weg gelaufen sind. Im heutigen Zeitalter ist es nicht ganz so abwegig, wie es klingt, dass man sich auf eine solche Art und Weise kennenlernt und Gedanken, Emotionen, Freud und Leid miteinander austauscht.

Während Emmi glücklich verheiratet ist, lebt Leo allein mit gelegentlichen Liebschaften. Beides zum Nachteil des jeweils anderen. Dennoch können die beiden weder mit noch ohne einander. Allein durch das Wort lernen sie einander kennen und erhoffen sich beide nach einer Zeit mehr daraus. Ihre Emailkorrespondenz kommt einer Achterbahnfahrt der Emotionen gleich, die nach Beendigung der Lektüre kein Ende nimmt.

Wortgewand und beinahe philosophische Emails, die mal länger und mal kürzer, voller Zorn oder Zuneigung sind, gehören mit der Zeit zu Leo und Emmis Leben, ebenso wie zu dem des Lesers, welcher ,egal ob Mann oder Frau, mit beiden zittert und bangt. Dieses Gefühlschaos lässt beinahe nichts anderes zu, als das sich die beiden endlich treffen.

Obwohl es „nur“ Emails sind, die in „Gut gegen Nordwind“ ausgetauscht werden, lebt das Buch durch zwei temperamentvolle, manchmal zurückhaltende, aber vor allen Dingen gefühlvolle Menschen, die anscheinend einfach zueinander gehören.

Was dies für ein Ende haben wird, weiß man nach dem ersten Buch nicht. Doch zum Glück erfährt der Leser dies in „Alle sieben Wellen“.

Fazit: Eine Achterbahn der Emotionen, die den Leser mit sich reißt und viel zu schnell vorbei ist. 

Bewertung: (6 von 7)